Mann-O-Meter erhebt Klage gegen Förderstopp der Altenarbeit
Mann-O-Meter e.V. hat beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen den Ablehnungsbescheid der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung zur weiteren Finanzierung der Altenarbeit im Jahr 2026 erhoben.
Parallel wurde ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt.
Seit vielen Jahren bietet Mann-O-Meter mit seiner Altenarbeit Begegnungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere schwule und bisexuelle Männer an. Das Projekt richtet sich an Menschen, die häufig von Einsamkeit, sozialer Isolation und den Folgen jahrzehntelanger Diskriminierung betroffen sind.
Nach Auffassung von Mann-O-Meter erfolgte die Entscheidung überraschend. Der Verein war aufgrund mehrerer Gespräche mit der politischen Leitung der zuständigen Senatsverwaltung davon ausgegangen, dass die Finanzierung der Altenarbeit beziehungsweise eine gleichwertige finanzielle Lösung sichergestellt werde. Im Vertrauen hierauf wurden bestehende Verpflichtungen fortgeführt. Erst im Mai 2026 erhielt der Verein den Ablehnungsbescheid.
„Wir hätten uns eine gerichtliche Auseinandersetzung ausdrücklich erspart. Unser Ziel war und ist eine verlässliche Lösung für die Menschen, die unsere Altenarbeit nutzen. Nachdem die Finanzierung trotz anderer Signale letztlich vollständig abgelehnt wurde, sehen wir uns jedoch verpflichtet, die Interessen des Vereins auch rechtlich zu wahren“, erklärt Marius Niespor, Vorstand von Mann-O-Meter.
Die Klage richtet sich nicht gegen die politische Schwerpunktsetzung des Landes Berlin als solche. Gegenstand des Verfahrens ist vielmehr die Frage, ob der Verein aufgrund der Kommunikation der Senatsverwaltung auf die Fortführung beziehungsweise Absicherung der Finanzierung vertrauen durfte und ob ihm hierdurch ein finanzieller Schaden entstanden ist.
Unabhängig vom gerichtlichen Verfahren hält Mann-O-Meter an seiner Auffassung fest, dass die Altenarbeit weiterhin einen unverzichtbaren Bestandteil der Berliner Unterstützungslandschaft für ältere schwule und bisexuelle Männer darstellt.
Der Verein hofft deshalb weiterhin auf eine politische Lösung und einen konstruktiven Dialog mit dem Land Berlin.